Bartang: Für diese Straße fuhren wir in den Pamir

13. Juli 2026 · Eine private Reise von Vladimir und Philipp, Guides bei Enduro Latvia

Zwei Motorräder auf einer Hochlandstraße

Wenn wir in neue Regionen aufbrechen, wollen wir sie kennenlernen, in ihre Atmosphäre eintauchen und uns wie Entdecker fühlen. Wir wollen die Straßen mit eigenen Augen sehen, sie mit dem Motorrad fahren und verstehen, welche Abschnitte begeistern und welche besondere Vorbereitung verlangen. So sammeln wir Erfahrungen, die wir mit unseren Freunden teilen können – mit den Menschen, die bereits mit Enduro Latvia reisen. Vielleicht laden wir unsere Freunde eines Tages zu einer längeren Reise durch Orte ein, die wir selbst durchquert und gut kennengelernt haben. Der Pamir war genau so eine Reise.

Wir sind Vladimir und Philipp, zwei Guides von Enduro Latvia. Etwa ein Jahr vor dem Start waren wir Feuer und Flamme für die Idee, den Pamir-Highway zu fahren und als Höhepunkt das Bartang-Tal mit seinen wilden Schluchten und reißenden Bergflüssen zu durchqueren. Und dann, am 13. Juli 2026, flogen wir von Riga nach Almaty, um unsere selbst gewählte Route zu fahren.

Vladimir und Philipp im Flugzeug vor der Reise

Eine Route nach unseren Vorstellungen

Die Route so zu planen, dass wir die Region in ihrer ganzen Vielfalt erleben konnten, kostete uns am meisten Zeit. Die üblichen Strecken aus anderen Quellen wollten wir nicht einfach nachfahren: Uns reizten der Pamir-Highway und die vollständige Durchquerung des Bartang-Tals. Wir informierten uns über Klima und Straßenverhältnisse und bereiteten die Unterlagen für mehrere Grenzübertritte vor. Werkzeug, ein Reparaturset für die Motorräder und eine Reiseapotheke gehören für uns unbedingt zu einer solchen Fahrt. Den Rest der Ausrüstung packten wir im Handumdrehen: Lange Motorradreisen sind für uns nichts Neues.

Eine Übernachtung bedeutete nicht immer ein Hotel. Häufiger kamen wir in Gästehäusern und Privathäusern unter. So lernten wir lokale Bräuche, Essen und den Alltag der Menschen kennen. Ein Zelt hatten wir ebenfalls dabei, falls am Abend keine Unterkunft in der Nähe sein sollte.

Almaty empfing uns mit einem sonnigen Morgen. Ohne Zeit zu verlieren, fuhren wir zu unseren Freunden und holten zwei CF Moto 450 MT ab, die sie uns für zehn Tage vermieteten. Die Wahl war kein Zufall: Dasselbe Modell besitzen wir auch zu Hause in Lettland. Für diese schwierige Strecke wollten wir Motorräder, deren Verhalten wir bereits kannten.

Am nächsten Morgen brachen wir von Almaty nach Kirgisistan auf. Über Dschalal-Abad, Osch und Sary-Tasch erreichten wir den hoch gelegenen Grenzübergang nach Tadschikistan – auf über 4000 Metern. Hinter der Grenze warteten der Karakulsee, der Ak-Baital-Pass, Murghab und die Straße nach Khorog auf uns. Jeder Abschnitt brachte uns der Abzweigung ins Bartang-Tal näher.

Schematische Karte der Route über den Pamir-Highway, das Bartang-Tal und den Yssykköl

Die Karte zeigt die Stationen in ihrer Reihenfolge. Die Verbindungslinien sind keine genaue GPS-Spur der Straßen.

Bartang: Aus der Linie auf der Karte wird eine Straße

Von Khorog fuhren wir nach Rushan. Dass die Tagestemperaturen im Bartang-Gebiet bis zu 45 °C erreichten, hatten wir schon in Almaty und später auch von Einheimischen gehört. Die Gletscherschmelze konnte den Wasserstand der Flüsse steigen lassen und die Furten schwieriger machen. Wie viel Wasser uns an den Übergängen erwarten würde, ließ sich im Voraus nicht sagen. Auf der Karte lagen nur ein paar Punkte vor uns; hinter der Abzweigung warteten eine steinige Straße, eine Schlucht und kleinere Furten.

Bei Rushan bogen wir ins Tal ab. Über Basid erreichten wir Ghudara und bereiteten uns auf die Furten vor. Hier genügte es nicht, die Route zu kennen: Entscheidend war, wie der Fluss an diesem Tag aussah.

Berglandschaft am Ak-Baital-Pass

Ak-Baital-Pass · 4.655 m

Motorräder auf einer steinigen Straße im Bartang-Tal

Bartang-Tal

Vladimir und Philipp an einem Schild im Pamir-Alai

Pamir-Alai

Ortsschild von Ghudara im Bartang-Tal

Alle Furten haben wir auf den Motorrädern durchquert – unsere Erfahrung und die Motorräder haben ihren Teil getan. Nachdem wir das Bartang-Tal vollständig durchquert hatten, erreichten wir noch am Abend wieder den Karakulsee. Noch am Morgen lag dieser Abschnitt vor uns; jetzt lag er hinter uns. Für ihn hatten wir die Route geplant – und wir hatten es tatsächlich geschafft!

Über den Yssykköl zurück

Nach dem Bartang-Tal wechselte die Reise den Rhythmus. Vom Karakulsee kehrten wir nach Kirgisistan zurück, fuhren über Dschalal-Abad zum Yssykköl und nahmen uns endlich Zeit, ohne Eile zu fahren, zu schwimmen und auszuruhen. Über den Grenzübergang Karkyra – Kegen ging es schließlich zurück nach Almaty.

See in der Kyrchyn-Schlucht

Kyrchyn-Schlucht (Semjonow-Schlucht)

Motorräder in der Chon-Ak-Suu-Schlucht

Chon-Ak-Suu-Schlucht (Grigorjew-Schlucht)

An der Abzweigung bei Rushan lag das Bartang-Tal noch vor uns. Am Ende der Reise konnten wir sagen: Wir hatten es von Anfang bis Ende durchquert – zu zweit, auf Motorrädern, die wir kannten, und auf einer Route, die wir selbst gewählt hatten.

Vladimir und Philipp, Guides bei Enduro Latvia

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